Wie funktioniert traditioneller Reisanbau?

Der Reisanbau hat eine jahrtausendealte Tradition. Zum Teil bauten die Menschen schon vor mehr als 2000 Jahren Reis an. Im Norden der Philippinen kann man noch heute die berühmten Reis-Terrassen ansehen, die vor mehr als 2000 Jahren angebaut wurden. Wer diese großartige Landschaftsarchitektur einmal gesehen hat, wird diese Bilder so schnell nicht mehr vergessen. Sie sind ein Zeugnis dafür, welch enorme Kunst die Menschen bereits in der Antike entwickelt hatten, um Ackerbau zu betreiben. Einfach nur beeindruckend, gerade wenn man sich vor Augen führt, dass diese Terrassen allesamt von Hand gebaut werden mussten.

Ohne Wasserzufuhr kein Reisanbau

Gleichgültig, ob Reis in der Ebene oder in der Höhe der Reis-Terrassen angebaut wird, die Reispflanze steht eigentlich immer im Wasser. Die Wasserzufuhr und die Wasserqualität sind daher unverzichtbar für den Reisanbau.

Um immer dann Wasser verfügbar zu haben, wenn es Rahmen des Reisanbaus benötigt wird, haben die Bauern in den Anbauregionen ausgeklügelte Wasserbewirtschaftungssysteme entwickelt. Oft wird Regenwasser in höher gelegenen Feldern gesammelt oder das notwendige Wasser wird von Flüssen abgeleitet. Wichtig ist für die Kleinbauern die ständige Verfügbarkeit von Wasser. Über Kanäle, Tunnel und Aquädukte wird dann das Wasser zu den Reisfeldern geführt. Neben der Wasserzufuhr ist es auch wichtig, dass das Wasser jederzeit von den Feldern abgelassen werden kann. Denn spätestens drei bis vier Wochen vor der Ernte sollen die Reispflanzen im Trockenen stehen.

Gepflügt wurde mit dem Wasserbüffel und heute mit dem leichten Traktor

Viele von uns kennen die schönen und romantisch wirkenden Bilder, in denen Reisbauern ihre Felder zur Vorbereitung der Saat mit Hilfe von Wasserbüffeln pflügen. Durch das Pflügen werden die Felder aufgerissen, Pflanzenreste und Rinderdung werden untergepflügt. Im Nachgang werden die groben Erdbrocken dann mit einer Egge zu einer gleichkörnigen Erde zerkleinert.

Früher verrichteten die Bauern diese Arbeit mit Hilfe von Wasserbüffeln. Auch heute ist das in vielen Kooperativen notwendig. Die Kooperativen sind jedoch bemüht, gemeinsam leichte Traktoren anzuschaffen, die die Arbeit für die Bauern erleichtern. Diese kleinen Traktoren arbeiten aufgrund ihres geringen Gewichts bodenschonend und nehmen den Bauern die zeitintensive und kräfteraubende Arbeit der Feldvorbereitung ab. Ein ganz großer und wichtiger Fortschritt für die Bauern.

Gute Setzlinge sind die halbe Ernte!

Während traditionell häufig die Männer mit der Vorbereitung der Felder beschäftigt sind, züchten die Frauen die Setzlinge heran. Das Saatgut für die Setzlinge besteht aus den Reiskörnern der Vorernte. Noch bevor die Haupternte beginnt, gehen die Frauen durch die Felder und suchen die besten und gesündesten Reiskörner heraus, um diese später als Saatgut zu verwenden.

Diese erstklassigen Reiskörner, die dann in der Vorbereitungszeit als Saatgut verwendet werden, müssen zunächst in sauberem Wasser vorquellen und leicht ankeimen. Dann werden diese angekeimten Reiskörner in spezielle Saatbeete gesetzt, in denen sie geschützt heranwachsen.

Wenn die Jungpflanzen dann eine stabile Größe erreicht haben, werden sie von den Frauen vorsichtig aus dem Boden gezupft und in die überfluteten Reisfelder mit einem Abstand von ca. 20 cm eingepflanzt.

Fünf bis sechs Monate bis zur Ernte

Es dauert fünf bis sechs Monate, bis der Reis erntereif ist. Ca. drei Wochen vor dem Erntebeginn werden die Reisfelder trocken gelegt. Das bedeutet, dass das Wasser von den Feldern abgelassen wird. Die trockenen, goldgelben Rispen werden dann abgeerntet und in der Sonne getrocknet. Erst dann beginnt das Dreschen der Reiskörner. Traditionell dreschen die Bauern ihren Reis selbst. Hierzu werden die Rispen auf den Boden oder über Holzgestelle geschlagen. Später werden dann die Reiskörner in flachen Körben in die Luft geworfen, so dass die leichte Spreu vom Wind davongetragen wird. Heute wird diese mühsame Arbeit häufig von Maschinen erledigt. Die Bauern gewinnen dadurch Zeit, die sie in die Bodenpflege und den Anbau von wechselnden Fruchtfolgen investieren können. Hierdurch verbessert sich die Bodenqualität der bewirtschafteten Reisfelder nachhaltig. Die Reispflanzen sind widerstandsfähiger und der Ertrag der Felder verbessert sich.