Warum ist Fairtrade beim Reishandel besonders wichtig? 1

Warum ist Fairtrade beim Reishandel besonders wichtig?

Warum ist eine Fairtrade-Zertifizierung im Reishandel so wichtig?

Der Fairtrade-Gedanke fußt darauf, gezielt mit wirtschaftlich benachteiligten Produzenten in Entwicklungsländern zusammen zu arbeiten und ihnen durch faire Handelsbedingungen die Möglichkeit einzuräumen, dauerhaft auskömmlich arbeiten zu können. Dabei steht nicht nur die Bezahlung eines fairen Preises für die Produkte im Vordergrund. Wichtig ist gerade, dass die Arbeitsbedingungen für die Produzenten selbst und ihre Arbeiter sozialverträglich sind und Sicherheits- und Gesundheitsstandards eingehalten werden. Dazu zählt auch die gleichberechtigte Bezahlung von Frauen.

Durch diese Form der Zusammenarbeit soll langfristig Know-how bei den Produzenten aufgebaut werden. Die Produzenten sollen zu gleichberechtigten Handelspartnern heranreifen. Die ökologische Landwirtschaft wird gefördert, indem besonders gesundheitsgefährdende Pestizide verboten sind und Bio-Prämien ausgeschüttet werden, wenn die Produzenten gemäß der EU-Bio-Verordnung produzieren.

Keine Ausbeutung, keine Kinderarbeit, keine Verschuldung

Gerade die Landwirtschaft in den Entwicklungsländern ist von der Ausbeutung der Arbeiter und Kinderarbeit betroffen. Zusätzlich herrschen Handelsstrukturen, die Kleinbauern stark benachteiligen. Häufig gelangen die Kleinbauern in Abhängig von Industriekonzernen, weil die Kleinbauern teures Saatgut kaufen müssen, für das sie Darlehen bei den Agrar-Großhändlern aufnehmen müssen. Sie verschulden sich dann weiter, weil sie von diesen Großhändlern auch Pestizide und Düngemittel beziehen. Durch den niedrigen Verkaufspreis ihrer Ernte geraten sie dann in einen Strudel der finanziellen Abhängigkeit. Am Ende sind die Bauern wirtschaftlich ruiniert und müssen die Landwirtschaft aufgeben. Die Felder werden von Großbetrieben übernommen. Die Kleinbauern verlassen ihre Scholle und ziehen in die Großstädte in der Hoffnung auf Arbeit. Häufig verelenden sie dort.

Wie hilft den Kleinbauern eine Fairtrade-Zertifizierung?

Die Kleinbauern erhalten einen fairen Preis für ihren Reis. Der Preis wird zwischen den Handelspartnern im Dialog – unabhängig von den Schwankungen des Weltmarktpreises – festgesetzt. Die Höhe des Preises setzen die Handelspartner so fest, dass die Kleinbauern den Reis unter sozialverträglichen und umweltverträglichen Bedingungen produzieren können. Ganz wichtig ist dabei, dass die Handelspartner den Kleinbauern einen Teil der Fairtrade-Prämie auch vorfinanzieren. So ist gewährleistet, dass Saatgut und andere Betriebsmittel eingekauft werden können, ohne dass sich die Bauern bei Großhändlern oder bei der Agrarindustrie verschulden müssen.

Gemeinschaftliche Projekte der Kooperativen

Doch es geht nicht nur darum, dass die Kleinbauern Geld erhalten, um kurzfristig ihre Lebenssituation zu verbessern. Wesentlicher Bestandteil der Fairtrade-Initiativen ist, dass ein Teil der Prämien in gemeinschaftliche Projekte der Kooperativen fließen. Diese gemeinschaftlichen Projekte sollen der Verbesserung der Produktionsbedingungen aller Kleinbauern der Kooperative dienen. So werden zum Beispiel gemeinschaftlich Maschinen angeschafft. Hier können schon einfache, leichte und bodenschonende Traktoren Wunder für die Kleinbauern bewirken. Es werden Bewässerungssysteme angelegt, die ermöglichen, dass die Felder kontrolliert und wassersparend bewässert werden, so dass der Ertrag der Felder optimal ist. Es werden Schulungszentren gebaut, in denen regelmäßig Seminare mit den Bauern abgehalten werden. Die Kooperativen richten Musterbetriebe ein, in denen die Kleinbauern lernen können, den eigenen Bauernhof noch besser zu betreiben.

Sozialverträgliche Arbeitsbedingungen / Gleichberechtigung von Frauen

Ein weiterer großer Baustein im Rahmen von Fairtrade-Zertifizierung ist die Sicherstellung von sozialverträglichen Arbeitsbedingungen. Dazu zählt, dass das Arbeitsumfeld in den Kooperativen sicher und gesundheitsverträglich sein muss. Auch aus diesem Grund ist die Nutzung umweltschädigender Pestizide untersagt. Auch die Ausbeutung von Arbeitskräften sowie Kinderarbeit ist verboten. Die Gewerkschaftsfreiheit muss gegeben sein.

Schließlich wird darauf geachtet, dass Frauen im Rahmen der Kooperative gleichberechtigt mitarbeiten und gleichberechtigt bestimmen. Warum ist Fairtrade beim Reishandel besonders wichtig? 2

 

 

 

 

Umweltschutz und Aufbau von Know-how

Durch diese oben beschriebenen Maßnahmen sollen die Kleinbauern der Kooperativen nach und nach mehr Know-how aufbauen, wie sie ihren Betrieb effektiv und langfristig – auch für die nächste Generation – führen können. Ein ganz wichtiger Baustein ist dabei auch der Umweltschutz und die ökologische Landwirtschaft. Nur durch die ökologische Landwirtschaft ist sichergestellt, dass die Felder auch in künftigen Generationen genutzt werden können und nicht – wie im konventionellen Reisanbau üblich – durch die dauerhafte Pestizidbehandlung mit Schwermetallen verseucht werden.

Die Fairtrade-Organisation motiviert die Kleinbauern zu einer ökologischen Landwirtschaft, indem für ökologisch handelnde Bauern besondere Bio-Prämien ausgeschüttet werden. Im Rahmen der Fairtrade-zertifizierten Landwirtschaft wird daher die ökologisch betriebene Landwirtschaft mehr und mehr zur Regel.

Durch dieses umfassende Paket an Maßnahmen trägt die Fairtrade-zertifizierte Landwirtschaft und damit auch die Fairtrade-zertifizierten Produkte dazu bei, dass die Kleinbauern dauerhaft eine gesicherte Existenz auf dem Lande haben. Auch die nächsten Generationen können mit diesem Know-How und mit nach diesen Fairtrade-Grundsätzen ihre Zukunft sicher gestalten. So können die Bauernfamilien auf ihrer Scholle auch für die nächsten Generationen bleiben und sind nicht zur Landflucht in die großen Städte gezwungen. Dort wartet auf diese Familien regelmäßig die Verarmung in den Millionen-Slums.

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